Jugendfussball – Kindgemäßes Fussballtraining

Training im Jugendfussball

Fussballtraining mit der U13 FC Schalke 04
Fussballtraining mit der U13 FC Schalke 04

DVDs für ein modernes Kinder- und Jugendtraining finden Sie hier:

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„Kindertraining ist kein reduziertes Erwachsenentraining!“

Was bedeutet dieser viel zitierte Satz konkret für die Trainingsgestaltung und die Betreuung während der Wettkämpfe?

Folgende Grundsätze gelten für ein Fussballtraining, das die Besonderheiten des Kinder- und Jugendfußballs berücksichtigt:

Erlebnisorientiertes und motivierendes Fußballtraining

Das Fußballtraining mit Kindern sollte erlebnisorientiert und motivierend sein. Es berücksichtigt das Alter der Kinder und ihre Entwicklungsstufe bei der Auswahl der Übungen. Erklärungen sind auf das Sprachniveau der Kinder abgestimmt.

Ball in den Mittelpunkt stellen

Bälle haben einen hohen Aufforderungscharakter für Kinder. Dadurch sind alle Spielformen mit Ball immer sehr motivierend und erlebnisreich für sie. Dies macht den Einsatz vieler Bälle notwendig (am besten für jeden Spieler einen Ball!), damit die Zahl der Ballkontakte möglichst hoch ist.

Keine langen Schlagen

Kinder haben ein natürliches Bewegungsbedürfnis. Der Trainer sollte den Kindern daher im Training reichlich Gelegenheit geben sich auszutoben. Erklärungen sollten daher so kurz wie möglich sein, damit die Kinder nicht zu lange ruhig stehen müssen. Langen Schlangen verhindern die notwendige Übungsintensität.

Spielregeln vereinfachen und verändern

Um mit Anfängern Fußball zu spielen, benötigt man nur wenige, grundlegende Spielregeln, die möglichst verständlich erläutert werden. Der Trainer kann auch Zusatzregeln vorgeben, damit geübte Techniken besonders belohnt werden. Z.B. könnten Kopfballtore innerhalb einer Trainingseinheit zum Kopfball höher gewertet werden als Tore mit dem Fuß.

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Kleine Mannschaften bilden

Spiele und Spielformen mit kleinen Mannschaften sind für Kinder taktisch überschaubar, die Ansprüche an ihre Technik sind geringer und jeder Spieler wird für die Mannschaftsleistung gebraucht. Dadurch ist das Spiel für alle Teilnehmer intensiv und interessant zugleich, denn alle Spieler sind unmittelbar am Sieg oder an der Niederlage ihrer Mannschaft beteiligt.

Jedes Kind hat viele Ballkontakte und ist aktiv ins Spielgeschehen eingebunden. Ein weiterer Vorteil von kleinen Mannschaften ist die Tatsache, dass alle Kinder zwangsläufig Angriffs- und Abwehraufgaben übernehmen müssen. Dadurch erhalten auch leistungsschwächere Spieler eine verantwortungsvolle Rolle innerhalb ihrer Mannschaft.

Spiel- und Trainingsfelder begrenzen

Ein begrenztes Spielfeld ist für Kinder überschaubar. Die sich ergebenden Spielsituationen und Aktionen in Angriff und Abwehr bleiben somit für alle Kinder übersichtlich und nachvollziehbar. Sämtliche Spielaktionen laufen zwangsläufig in Tornähe ab, so dass tornahe Angriffs- und Abwehrsituationen ständig wechseln und sich für jeden Spieler viele Torschussgelegenheiten ergeben. Das Spielfeld sollte mit zunehmenden Alter der Kinder immer größer werden.

Alle Kinder mitspielen lassen

Im Training sollten möglichst viele Kinder gleichzeitig und gleich lange üben und spielen können. Zuschauen reduziert sehr schnell Spaß und Begeisterung. Außerdem sind angestrebte Lernerfolge nur bei möglichst hoher Übungs- und Spielbeteiligung zu erreichen. Auch bei den Wettspielen gegen andere Mannschaften sollte der Trainer darauf achten, dass alle Spieler zum Einsatz kommen – nicht nur die besten!

Individuelle Spiel- und Erfolgserlebnisse fördern

Die individuelle Spielleistung und der persönliche Erfolg des Einzelnen sind ebenso zu betonen wie der Erfolg der Mannschaft. Doch der Trainer sollte auch berücksichtigen, dass Spielwitz und Kreativität einzelner Spieler auf Dauer nur zum angestrebten Tor- und Spielerfolg führen, wenn die Mitspieler als Partner zum Zusammenspiel einbezogen werden.

Wettkampfnahe Lernsituationen schaffen

Lerneifer und Leistungswillen sind besonders dann sehr groß, wenn das Training einen unmittelbaren Bezug zum Wettkampf  hat. Übungen sollten daher aus dem Fußballspiel abgeleitet und möglichst wettkampfnah gestaltet werden.

Für das Fußballspiel typische Spielsituationen auswählen

Das Grundprinzip des Fußballspieles lautet: Tore erzielen und Tore verhindern. Möglichst viele Spielformen sollten diese für Kinder leicht verständlich Spielidee des Fußballspiels in den Mittelpunkt stellen. Herausspielen von Torschussmöglichkeiten und Abschirmen des Tores lauten die Grundanforderungen, die für Kinder leicht umsetzbar sind.

Unterschiede der Kinder berücksichtigen

Der Trainer sollte die unterschiedlichen Leistungsvoraussetzungen, Erwartungen und Interessen der Kinder berücksichtigen. Unterschiedlich talentierte und fußballerfahrene bzw. fußballinteressierte Kinder sollten zu ihrem Fußballspiel finden können. Einige Kinder wollen sicherlich nur Fußball spielen, während andere viel lernen möchten, weil sie das Ziel verfolgen, Fußballprofi zu werden.

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Geeignete Trainingsgeräte benutzen

Ein guter Handwerker benötigt für seinen Beruf geeignetes und qualitativ hochwertiges Werkzeug, damit er seine Arbeit sauber und genau ausführen kann. Ein guter Trainer benötigt ebenfalls geeignete Trainingsgeräte, damit sein Training effektive und erfolgreich ist. Kinder lernen Fußballtechniken dann besonders gut, wenn ihr Krafteinsatz bei der Ausführung nicht zu groß ist, denn mit zunehmendem Kraftaufwand nimmt die Präzision ab. Daher haben sich im Kindertraining Lightbälle (geringeres Gewicht) und kleinere Bälle sehr bewährt. Diese schaffen Erfolgserlebnissen und führt zu großen Lernfortschritten.

Außerdem benötigt der Trainer zahlreiche Trainingshilfen, die ein vielseitiges Training erst möglich machen.

Kinder- und Jugendtraining sollte:

  • eine breit angelegte Bewegungserziehung (laufen, toben, kriechen, hüpfen, springen sowie  werfen und schießen von Bällen) sicherstellen,
  • Lernprozesse in Gang setzen und das vorhandene Talent der Spieler voll entwickeln,
  • viele Erfolgserlebnisse vermitteln,
  • Selbstvertrauen und Selbständigkeit der Kinder fördern,
  • Freude am Fußball wecken und erhalten.